14. April 2026

PSI will Krebstherapie mit Radiopharmaka vorantreiben

Villigen AG - Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) arbeiten an der Weiterentwicklung von Krebstherapien mittels Radiopharmaka. Dazu soll der Bau einer neuen Anlage dienen, die für Diagnostik und Therapie ausreichend Radionuklide zur Verfügung stellen kann. Der Bau der Anlage soll 2029 starten.

(CONNECT) Forschende des Zentrums für radiopharmazeutische Wissenschaften am Paul Scherrer Institut (PSI) arbeiten an der Weiterentwicklung moderner Behandlungsmethoden gegen Krebserkrankungen. Als ein Eckpfeiler der Forschungen soll 2029 mit dem Bau einer Anlage zur Herstellung von Radionukliden begonnen werden, die zur Diagnostik und Therapie von Karzinomen benötigt werden, heisst es in einer Mitteilung. Die TATTOOS (Targeted Alpha Tumor Therapy and Other Oncological Solutions) genannte Anlage wird im Gesamtkonzept eines Upgrade-Projekts des PSI aufgebaut.

„TATTOOS wird völlig neue Möglichkeiten eröffnen“, wird Forschungsgruppenleiterin Cristina Müller in der Mitteilung zitiert. „Wir werden in Zukunft viele weitere Radionuklide für die Behandlung verschiedenster Krebsarten untersuchen, die effektivere Therapien ermöglichen, aber gleichzeitig gesunde Organe schonen.“

Parallel zu den Entwicklungen neuer Radionuklide arbeiten die Forschenden an schonenden Krebstherapien wie Protonentherapie oder an Therapien mit Radiopharmaka, die gezielt an Tumorzellen andocken können. Um eine bessere Diagnostik bei Brustkrebs zu erzielen, werden neben dem Einsatz von Radionukliden auch Methoden wie die Gitter-Interferometrie erprobt. Dabei werden mit mehreren nachgeschalteten Gittern die Beugungen der Messstrahlen gemessen. Mit dieser Methode sollen mittelst schärferer Bildgebung auch kleinste Tumorzellen nachgewiesen werden können. Ein Einsatz dieser Methode wäre auch bei anderen Karzinomen wie Lungenkrebs vorstellbar, heisst es in der Mitteilung. ce/ww

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