AiiDAlab soll Forschung und Wissenschaft vorantreiben
08. Mai 2026
Windparks und schöne Landschaften lassen sich laut Studie vereinbaren
(CONNECT) Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und des Paul Scherrer Instituts (PSI) aus Villigen hat eine Studie erstellt, in der ein europaweiter Vergleich von landschaftlich besonders schönen und windenergetisch besonders intensiven Zonen gezogen wird. Ziel dieser Studie sollte laut einer Mitteilung sein, solche Standorte zu lokalisieren, an denen Windenergie produziert werden kann, ohne schöne Landschaften zu zerstören. An der Studie waren auch Forschende des deutschen Forschungszentrums Jülich und der Universität Reykjavik in Island beteiligt.
Als Ausgangsdatensatz nutzten die Forschenden ein mit maschinellem Lernen erstelltes Landschaftsmodell aus Grossbritannien. Der Datensatz umfasst über 200'000 Landschaftsbilder, die Nutzerinnen und Nutzer auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet haben. Dieses Modell mit seinen Kriterien wurde auf eine europaweite Karte ausgeweitet. Es zeigte, welche Landschaftsmerkmale als besonders schön empfunden werden. Die Studie verknüpfte dann die Analyse der Landschaftsqualität mit einem Windenergiemodell. Im Ergebnis zeigte sich, dass das Potential für Windenergie sinkt, wenn schöne Landschaften ausgeschlossen werden. Diesen Verlust, so die Forschenden, könnte man jedoch mit dem Ausbau von Windenergie in den weniger schönen Landschaften kompensieren.
Sie machen darauf aufmerksam, dass der Ausbau von Windenergie und das Bewerten schöner Landschaften zu sozialem Widerstand führen kann. „Unser Ziel war es, den Konflikt zwischen Energieausbau und gesellschaftlicher Akzeptanz besser zu verstehen“, wird Ruihong Chen, Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Bei der Planung von Windkraft greift eine gesamteuropäische oder auch eine nationale Betrachtung zu kurz. Dank unserer Analyse konnten wir zeigen, dass die Planung von Windkraft räumlich sehr konkret sein muss.“
Die Studie ist ein erster Versuch, die wahrgenommene Landschaftsqualität europaweit darzustellen. Sie ist in der Fachzeitschrift „Energy and AI“ publiziert. ce/ww