17. April 2026

Eigenes Biomethan könnte Schweizer Erdgasimporte reduzieren

Villigen AG/Zürich - Forschende des Paul Scherrer Instituts und der Verenum AG haben im Auftrag des Bundesamtes für Energie untersucht, inwieweit sich Erdgasimporte mit einheimischem Biomethan ablösen lassen. Die Methanerzeugung aus Biomasse könnte laut der Studie Gasimporte reduzieren.

(CONNECT) Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der Verenum AG haben im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) Möglichkeiten untersucht, Biomethan in grossem Umfang aus Biomasse herzustellen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wurde dabei analysiert, wie sich Erdgasimporte von heimischem Biomethan ersetzen lassen. Gas wird in vielen Prozessen benötigt. So bei Gaskraftwerken, wenn aus Dunkelphasen oder Windstille keine Elektroenergie aus erneuerbaren Quellen produziert werden kann. Oder im Einsatz bei besonders energieintensiven Prozessen der Industrie.

In der Studie wurde festgestellt, dass sich aus Holzresten, Grünabfällen, Klärschlamm und anderer Biomasse nicht nur Strom und Wärme erzeugen, sondern auch Biomethan herstellen lässt. „Eine vollständige Autarkie werden wir beim Gas nicht erreichen, aber wir können die heutige extreme Abhängigkeit deutlich reduzieren“, wird Tilman Schildhauer vom Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften am PSI in der Mitteilung zitiert. Den Untersuchungen zufolge könnte jedoch etwa ein Viertel bis fast die Hälfte des künftigen Gasbedarfs durch einheimische Produktion abgedeckt werden. Wichtig dabei ist, solche Produktionswege zu finden, die den Bedarf sowohl kleiner und kommunaler Nutzer als auch den von grossen Industrien decken können.

Die verwendete Biomasse soll dabei nicht zu Lasten der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln stehen. „Wir reden hier von Stoffströmen, die sich anders nicht verwerten lassen, und diese Mengen haben durchaus ein grosses Potenzial", heisst es von Schildhauer. ce/ww

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